Wir hadern gerade sehr mit unserem Heimathafen. Also unserem derzeitigen Stützpunkt Rabensburg. Der ist definitiv zu weit weg von unserer Maha Nanda. Unser Boot ist 700 Seemeilen von uns entfernt, in Kilometern (weil See ist nicht zwischen Rabensburg und Lemmer) 1300. Ist ja nicht so, dass wir jetzt, Ende Februar, am IJsselmeer herumsegeln wollen, aber es wäre einfach fein, wenn wir in unserer Freizeit, mal auf einen Sprung, für ein Wochenende, zum Jachthaven Friese Hoek fahren und ein bissl vorbereiten könnten.

Denn DIE LISTE sagt: wir haben noch so viel zu tun, bevor es losgeht. Viel bürokratisches Zeugs, einiges, das noch gekauft werden muss, steht auch auf DER LISTE, die mich bereits in meinen Träumen verfolgt. Aber eben auch viele Arbeitsaufträge an uns selbst, respektive den Captain, steht darauf. Die Hälfte des Inventars und Equipments lagert in unserem Keller in Rabensburg und der Stapel wächst; diese Hälfte soll Anfang April nach Lemmer gebracht und zu einem perfekten Ganzen – der hochseetauglichen Maha Nanda – zusammengefügt werden. Das dürft ihr euch aber nicht so vorstellen, dass der Captain die Teile an Bord bringt – und fertig. Ich habe keine Überblick mehr darüber, was alles installiert werden soll – angefangen vom Wassertank, dem Boiler bis zum Plotter und zum Windgenerator… Sagen wir einfach, es ist viel, richtig viel. Daher lautet der Plan: Anfang April wird Christoph mit unseren Söhnen und dem halben Schiff 1300 Kilometer nach Lemmer fahren und mit den Arbeiten beginnen – in der Hoffnung, innerhalb von vier Wochen Maha Nanda auf Vordermann zu bringen. Also er allein bringt auf Vordermann, denn die Jungs müssen ja nach ein paar Tagen die 1300 Kilometer nach Österreich wieder zurückfahren.

Aber Entfernungen sind etwas Relatives. 700 Seemeilen sind für einen Wochenendtrip – selbst wenn wir mit nicht zehn Knoten sondern mit 100 km/h fahren – einfach zu lang. Aber was sind die 700 Meilen im Vergleich zu den über 3000 bis zu den Kap Verden? Und den 2000 über den Atlantik? Was sind 13 Stunden Autofahrt gegen zwei oder drei Wochen unter Segeln von Mindelo bis Port St. Charles?

Und falls jemand bis hierher mitgedacht hat: Ja, ich bin noch in Rabensburg. Jetzt und auch noch Anfang April, denn ich bin ja noch immer – wenn auch nur mehr für ein paar Wochen – Redakteurin einer Lokalzeitung. Wie ich nach Lemmer, zu unserer hoffentlich fix fertig ausgerüsteten und dem hoffentlich nicht fix und fertigen Captain, kommen werde? Das weiß ich noch nicht, denn der Zug kommt nur infrage, wenn ich keine Solarpaneele, Salon-Möbelstücke oder Säcke voll Ölzeug, Gummistiefeln und Leinen mitführen muss. Aber vielleicht findet sich noch eine mitleidige Seele, die Ende April immer schon mal für ein Wochenende nach Lemmer fahren wollte und eine äußerst liebenswerte, unkomplizierte und in Straßennavigation bestens bewanderte Beifahrerin sucht…

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Keine Zeit fürs Segeln: Schnee und Kälte in Lemmer
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