Adieu Maha Nanda, wir sehen uns irgendwann wieder!

This is the end beautiful friend… Stopp, keine Panik! Die Besatzung der Maha Nanda ist nicht in Corona-Krise-Endzeitstimmung – und trotzdem ist uns gerade nach The Doors, denn das Ende ist da. Das Ende unserer Reise an Bord von Maha Nanda, das Ende unseres Abenteuers auf See, das Ende unseres Lebens als Seebär und Seebärin.

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Unser letztes Foto mit Maha Nanda, San Miguel, Teneriffa

Seit gestern sitzen der Captain und seine Crew am Trockenen. Im unserem Zuhause in Niederösterreich. Wir sitzen hier, beziehungsweise gehen planlos herum, sehen aus dem Fenster auf die kalte österreichische Winterszenerie und können es nicht fassen. Binnen weniger Stunden wurde unser Blauwassersegler-Leben Geschichte. Ein Jahr lang wussten wir, dass der Tag der Heimkehr kommen würde… irgendwann, dann im Frühling, Ende April. Plötzlich war alles anders und nur wenige Stunden blieben uns, um diesen Tag Wirklichkeit werden zu lassen. Sechs Wochen früher als geplant, am 20. März stiegen wir von unserer Maha Nanda, um lange Zeit nicht wiederzukehren. Wie lange Zeit? Das wissen wir nicht.

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Abschiedsstimmung: Sonnenuntergang in San Miguel de Abona.

Wer weiß heute, was morgen, was nächste Woche passieren wird? Wer wagt es, über die nächsten drei Wochen hinaus Pläne zu machen, Prognosen zu stellen? Das Virus hat die gesamte Welt im Griff und niemand kann seine Auswirkungen vorhersehen. Es spielt keine Rolle, ob du dir Sorgen machst. Deine persönliche Meinung zu dieser Pandemie ist schnurzpiepegal. Ob du überzeugt bist, das Virus sei einzig zum Zwecke der Vernichtung der Menschheit im Chemielabor einer geheimen Macht gezüchtet worden oder es wäre zur Vergeltung unserer Sünden gesandt oder durch Mikrowellenstrahlung entstanden oder mit dem Virus verdienen jene viel Geld, die ein Patent darauf haben – Bill Gates etwa oder… wo bin ich stehengeblieben? Ach ja, es ist egal was du glaubst, du musst so oder so daheim sitzen und warten.

Denn während die „Helden der Krise“, wie eine österreichische Tageszeitung titelte, trotz Covid-19 für uns im Dienst sind, sitzt der Rest der Menschheit daheim, bestenfalls im zur Home-Office umgerüsteten Wohnzimmer, schlimmstenfalls vor dem Fernseher in der 30-Quadratmeter-Wohnung, und wartet auf bessere News. Die kommen die nächsten Tage aber garantiert nicht, statt dessen werden auf allen öffentlichen Kanälen atemlos Infizierte, Kranke und Tote gezählt.

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Kontrastprogramm: Ausblick beim Frühstück daheim.

Warum tun wir uns das an? Warum sitzen wir in unserer Küche mit Ausblick auf eine Ruine statt unter strahlend blauem Himmel im Cockpit unserer Maha Nanda mit Ausblick auf den Teide? Das fragen nicht nur wir uns sondern auch viele Freunde und Leser unsere Blogs. Viele andere aber klopfen uns – sinnbildlich, wir sind ja in Heimquarantäne – auf die Schulter und loben uns: Gut, dass ihr heimgekommen seid.

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Touristenzentren ohne Touristen: Teneriffa ist wie ausgestorben in Zeiten der Corona-Krise.

Ganz ehrlich? Wir sind noch immer nicht sicher, das Richtige getan zu haben. Wenige Stunden hatten wir Zeit, die Entscheidung zu treffen. Vergangenen Samstag hatten wir in der Früh von unseren Stegnachbarn in der Marina San Miguel gehört, dass ab Montag 8 Uhr in ganz Spanien der Notstand ausgerufen, eine zweiwöchige Ausgangssperre verhängt sei. Wir hatten ein Auto gemietet und beschlossen, die beiden Tage noch für Ausflüge auf Teneriffa zu nutzen, die Landschaft der Insel zu erkunden.

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Ausnahmezustand in Spanien. Die Coronakrise trifft Teneriffa hart.

Am Sonntag waren die Straßen bereits menschenleer, viele Lokale, und Geschäfte geschlossen. Auf der Autobahn leuchteten Warnhinweise: „Cov-19, Stay at home“, Autos mit Lautsprechern, über die man aufgefordert wurde, daheim zu bleiben, fuhren durch die Straßen. Erst am Abend, als wir wieder Internetzugang hatten, erfuhren wir, dass die Ausgangssperre schon am Wochenende umgesetzt worden war, bereits am nächsten Tag war sie auf vier Wochen ausgedehnt worden.

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Halten Sie Sicherheitsabstand: Coronavirus sorgt für Hamsterkäufe auch auf den Kanaren.

Noch nie ist uns eine Entscheidung so schwer gefallen wie diese: Auf dieser wunderbaren Insel bleiben und die Krise aussitzen oder heimfahren? Sommer gegen Winter. Einsam zu zweit an Bord gegen einsam zu zweit in unserem Haus in Österreich. Sicher und gesund auf der Arche oder riskanter Heimflug gemeinsam mit 200 Touristen. Hoffnung auf Beendigung des Spuks mit Mitte April oder Sorge um monatelanges Festhängen in the middle of nowhere in einer mittlerweile menschenleeren Feriensiedlung.

Sicherheitsfragen für unsere Yacht

„Sitzt es in der kanarischen Sommersonne aus, ihr versäumt hier absolut nichts“, sagten die Einen. „Kommt so rasch wie möglich heim, die Krise könnte monatelang dauern“, rieten die Anderen. Auch die Überlegung, dass ich heimfliegen und Christoph an Bord bleiben würde, war da. Denn unsere Maha Nanda hätte eigentlich gekrant werden und das nächste halbe Jahr in einer Werft verbringen sollen. 40 Jahre alter Stahl ist völlig unbeaufsichtigt im Wasser nicht wirklich gut aufgehoben und außerdem waren wir ja immer noch nicht in der Marina einklariert. (Siehe Eintrag: Teneriffa vor der Notstandserklärung)

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Packen, putzen, verstauen: Chaos auf und in Maha Nanda.

Krise hin oder her, trotz Weltuntergangsstimmung und unsicherer Zukunft ist klar: Ich muss Anfang Mai wieder meinen Job als Redakteurin antreten, ich muss also Ende April in Österreich sein. Als sich die Lage innerhalb weniger Stunden in Spanien zuspitzte, die Restriktionen beinahe stündlich schärfer wurden, die Staaten Grenzen dicht machten, sämtliche Häfen gesperrt wurden, das Segeln für Sportyachten verboten und der Flugverkehr eingestellt wurde, fiel die Entscheidung: Wir meldeten auf der Webpage des Außenministeriums unseren Auslandsaufenthalt an und bekamen einen Tag später die Information, es gäbe am Freitag, den 20. März einen Repatriierungsflug von Teneriffa nach Wien. Wenn man diesen in Anspruch nehmen wolle, müsse man umgehend eine angeführte Hotline anrufen. Stunden später – das Hängen in der Warteschleife nutzte ich um Geschirr abzuwaschen, die Pantry zu putzen, die Bilge trockenzuwischen, die Schapps auszuräumen – waren wir für den Heimflug angemeldet, am nächsten Tag kam die Zusage für den Platz im Flugzeug.

48 Stunden hatten wir, um Maha Nanda auf unsere Abreise vorzubereiten und zu packen. Segel, Leesegel, Sprayhood, Dinghi, Rettungsinsel usw. verstauen und so viel wie möglich in zwei Segeltaschen packen. (Zusätzliche Reisetaschen zu kaufen war nicht möglich, weil alle Geschäfte geschlossen waren.) Es fühlte sich nach Flucht an. Flucht aus der Heimat.

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Einer der letzten Repatriierungsflüge der AUA. Von Maha Nandas Cockpit sehen wir die letzten Flugzeuge auf Teneriffa landen.

In den digitalen Medien wurde bekanntgegeben, wie viele Österreicher durch Repatriierungsflüge gerettet wurden, aber sorry: Wir fühlen uns nicht gerettet. Mag die Rückholaktion noch so vernünftig sein, für uns ist sie mehr Strafe als Rettung.

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Trostlose Stimmung am Flughafen Teneriffa.

Die Krise ist die Zeit der Verschwörungstheoretiker und der Ahnungslosen, die plötzlich so viel Meinung wie noch nie in ihrem Leben haben. Mit meiner Meinung zum weltweiten Corona-Krisenmanagement will ich daher hinterm Berg halten, auch weil ich mich – da Kulturanthropologie und nicht Virologin – genaugenommen zur Masse der Ahnungslosen zähle.

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Alles sicher verstaut – für unbestimmte Zeit.

Was ich aber mit Sicherheit sagen kann: Die gesetzlichen Bestimmungen sind teilweise absurd. In Spanien – also auch auf den Kanaren – gilt Ausgangssperre. Einkaufen darf nur einer alleine, niemand darf zu zweit auf die Straße. Elf Monate lebte ich mit Christoph in unserem Boot auf 30 Quadratmetern Wohnfläche: Welche Gefahr geht von uns aus, wenn wir nebeneinander einkaufen gehen? Verboten ist es auch, in der Nähe des Bootes zu fischen – ein Freund von uns bekam bei dieser gefährlichen Tätigkeit sofort Besuch von der Polizei. Ein anderer, der seit Monaten vor Anker liegt, darf mit seinem Dinghi nicht mehr anlanden, um mit seinem Hund Gassi zu gehen. Autofahren ist nur mehr alleine erlaubt. Die absurdeste Situation erlebten wir bei der Fahrt auf den Flughafen. Wir bestellten ein Taxi und wurden informiert, dass für zwei Personen zwei Taxis notwendig wären. ?????

Theorie 1: Falls wir mit dem Coronavirus infiziert sind, ist die Chance ihn weiterzugeben bei zwei Taxlern größer.

Theorie 2: Falls wir infiziert werden wollen, ist die Chance größer, wenn wir zwei Taxlern nahekommen, statt nur einem.

Theorie 3: Um nicht mit einem Taxler im engen Fahrgastraum sitzen zu müssen, fahren die beiden Taxifahrer mit einem Auto und wir beiden mit dem anderen Taxi zum Flughafen.

Theorie 3 hat sich nicht bewahrheitet, wir rätseln immer noch, sind aber für fundierte Informationen zu diesem Thema dankbar.

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Die Passagiere warten trotz Corona-Krise auf engstem Raum in der Abflughalle am Flughafen Teneriffa.

Am Flughafen herrschte wie erwartet Chaos, der Flug verspätete sich letztendlich um drei Stunden – wir waren relaxed, wenn auch wegen der Abschiedsparty der letzten Nacht etwas verkatert -, wir beobachteten ziemlich viel Hysterie und ziemlich eigenartige Sicherheitsvorkehrungen. So gab es in der Warteschlange keine Abstandsregelung, aber nach zwei Stunden Schlangestehen wurden wir von der Polizei vor die Abflughalle geschickt und warteten eine weitere Stunde im Freien (wiederum dicht auf dicht). Beim Boarding erhielten wir (nachdem wir fünf Stunden auf engstem Raum gekuschelt hatten) Schutzmasken, die wir verpflichtend während des gesamten Fluges tragen mussten. Im Flughafenbus standen wir wieder schön cosy, dicht an dicht. Wir sahen Passagiere mit gestrickten Stirnbändern vor dem Mund, Leute, die die Schutzmasken auf  der Stirn trugen, andere, die den Rollkragen bis zur Nase zogen, Fluggäste mit Lederhandschuhen, Golfhandschuhen, Gartenhandschuhen.

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Schutzmasken sind Pflicht – allerdings erst beim Boarding.

Ich liebe den Facebook-Spruch: „Mit gesundem Hausverstand können wir das Virus bekämpfen. Hilfe, wir werden sterben! Die meisten von uns sind unbewaffnet!“ Warum in aller Welt müssen 100 von 200 Passagieren, sobald das Licht für die Gurtenpflicht erlischt, aufstehen, sich im Mittelgang schlichten und die einzige Toilette des Flugzeugs benutzen? Und warum müssen 180 von 200 Passagieren trotz der mehrmaligen Durchsage, sitzen zu bleiben, in der Sekunde, in der das Flugzeug am Flughafen Schwechat zum Stillstand gekommen ist, aufstehen, sich wiederum im Mittelgang gebückt aneinanderdrücken und eine Stunde aufs Aussteigen warten?

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Zwei unserer drei größten Schätze. Unser „Kleiner“, Matthias, und Katja, unsere Schwiegertochter in spe, empfingen uns herzlich.

Elf Monate benötigten wir, um von Niederösterreich über Holland, die europäische Atlantikküste und Afrika bis nach San Miguel de Abona auf Teneriffa zu kommen. Vier Stunden flogen wir zurück nach Wien. Wir fühlen uns, als wären wir in ein anderes Universum gebeamt worden. Und wir frieren.

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Nichts ist umsonst, auch der mögliche Tod nicht. Den Repatriierungsflug müssen wir bezahlen.

Nein, ihr müsst uns nicht bedauern. Es gibt viele Menschen, die die Krise härter trifft, aber wir fühlen uns gerade entwurzelt. Unsere Körper sitzen auf der Wohnzimmercouch aber mental sind wir Tausende Meilen weit weg in einem anderen Leben. Niemand wagt es derzeit, konkrete Pläne zu schmieden aber wir können ja zumindest träumen. Von einer Zeit, in der wir wieder auf unserer Maha Nanda sitzen; über uns der blaue Himmel, unter uns die Atlantikdünung, hinter uns der Nordostpassat. Wie, wo und wann das sein wird, ist offen aber wir denken positiv. Oder um es mit Leonard Cohens Worten zu sagen: I’ve seen the future, brother. It is murder.

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Sicher in San Miguel, Teneriffa: Bye bye, Maha Nanda!

 

14 Kommentare

  1. Vielen Dank für deine Gedanken, liebe Uli. Genau diese Fragen stellen wir uns hier auf Guadaloupe auch gerade. Es ist so wahr, dass man sich mehr als Geflüchteter denn als Geretteter fühlt. Schließlich ist das Boot unser Zuhause seit elf Monaten, wie bei Euch. Für uns kommt das Zurücklassen des Bootes aber noch mehr einer Aufgabe gleich. Wir liegen vor Anker in der Hurrikanzone und die Marinas sind alle zu. Ich wünsche Euch jedenfalls ein gutes Ankommen in Österreich und bleibt gesund!
    Liebe Grüße
    Christina

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    1. Liebe Christina, ich kann mir gut vorstellen, wie es euch gerade geht. Wir wollten ja ursprünglich auch in die Karibik und schafften es aus verschiedenen Gründen nicht. Wir waren zwischendurch ziemlich unglücklich über unsere verhinderten Pläne. Heute sagte ein Freund, mit dem wir telefonierten (und bei dem wir uns ausjammerten ;): Seid froh, dass ihr nicht bis in die Karibik gekommen seid, da wäre alles noch viel schwieriger gewesen… Was ist gut, was ist falsch, was ist richtig in diesen Zeiten? Ich hoffe, ihr findet für euch eine praktikable Lösung und ich hoffe für uns alle, dass dieser Spuk bald ein Ende hat. Ganz Liebe Grüße nach Guadeloupe, Ulli und Captain

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  2. Hallo Ihr Beiden!

    Willkommen zu Hause!

    Ich danke euch für die vielen schönen Berichte!
    Ich kann mir vorstellen, wie zerrissen ihr nun seid! Was richtig und was falsch ist, wird sich in den kommenden Wochen ohnehin herausstellen. Aber nach einigen Tagen werdet ihr sehen, daß es sich doch gut anfühlt die Familie in der Nähe zu haben! Ich habe nur eine Bitte:

    Bitte schreibt wieder, wann ihr wieder auf eurem Boot ankommt und ihr weitere Reisen unternehmt.
    Ihr seid mir sehr ans Herz gewachsen und ich habe mit Vergnügen an eurem Abenteuer teilgenommen.
    Vielleicht magst du mal alle Berichte zu einem Buch zusammen fassen? Zeit dazu hättest du jetzt ja und du könntest im Nachhinein eure Reise aufarbeiten. Eine Käuferin hättest du ja schon 🙂

    Ich wünsche euch alles Gute für euer weiteres Leben, viel Glück!
    Alles Liebe
    Jutta

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    1. Hi Jutta, vielen Dank für das tolle Feedback, das freut mich riesig!!!! Und ja, die Idee mit dem Buch haben schon einige an mich herangetragen… ich denke ernsthaft darüber nach.
      Irgendwann werden wir auf jeden Fall wieder reisen, das ist mal sicher. Wann, wie, wo… das wird sich zeigen Aber sicher ist auch: Ich werde darüber wieder schreiben – ohne Scheiben kann ich eh nicht sein 😉
      Liebe Grüße aus Österreich wünschen die vorübergehend gebremsten Seebären Ulli und Christoph

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  3. Danke für diesen authentischen Bericht! Natürlich hat jeder sein eigenes Joch zu tragen und der Vergleich mit dem Schicksal der anderen taugt immer nur begrenzt, und er lindert das Gefühl der inneren Leere nur kurz. Das Gefühl, das eigene schwimmende Haus unfreiwillig aufgeben zu müssen, kenne ich verdammt gut. Es tut einfach nur weh. Alles, was danach kommt, ist ein Geschenk.
    Take care!
    Sergio

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    1. Vielen Dank lieber Sergio. Ja, du weißt, wie es ist, sein schwimmendes Haus aufgeben zu müssen – und derzeit geht es ja vielen Seglern wie uns. Da ist es auch müßig, zu vergleichen, wer er schwerer hat und wen es noch härter trifft. Aber es tut gut, wenn andere – so wie du – aus der Ferne Mut zusprechen und Verständnis für unsere Sorgen haben. Irgendwann wird es uns allen wieder gut gehen und wir werden vom Cockpit unserer Boote aus Sonnenuntergänge beobachten. Die besten Wünsche von Ulli und Christoph!

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  4. Liebe Ulli, Lieber Christoph,
    auch wir, Andrea und Peter aus Baden-Württemberg, haben Euch jetzt mit Euren Blogs das letzte Jahr über begleitet.
    Wir planten bisher nämlich eine ziemlich vergleichbare Tour. Unsere Waterman liegt aktuell noch bei Skips Maritiem in Stavoren. Und unser Plan war zum 01.05.2020 dort auszzulaufen. Da Ihr eine vergleichbare Tour mit 12 Monaten Vorsprung in Angriff genommen habt, war es für uns besonders interessant Euch dabei zu begleiten.
    Unser Schiff wurde gerade noch vor drei Wochen aus dem Wasser genommen um letzte Vorbereitungen am Unterwasserschiff vorzunehmen und das Rigg vor der Abreise noch mal zu überprüfen.
    Jetzt steht es aktuell noch auf Land und wir wissen auch noch nicht, wann wir wieder hin fahren können, geschweige denn ablegen können.
    Ich denke Euer Schiff ist auf jeden Fall auf den Kanaren besser aufgehoben als in der Karibik und wenn sich die Zeiten wieder etwas beruhigt haben seid Ihr schnell wieder dort, um nach Eurer MahaNanda zu schauen.

    Mich würde noch interessieren, mit welchem Kartenmaterial Ihr im Kanal und in der Biskaya unterwegs wart. Dazu habe ich meine letzte Entscheidung nämlich immer noch aufgeschoben, wobei man jetzt vielleicht sogar auf die ganz neuen Karten für das nächste Jahr warten kann.
    Wir wünschen Euch eine gute Eingewöhnung in der alten/neuen Heimat
    und bleibt gesund.
    Viele Grüße
    Andrea und Peter

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    1. Hi ihr Lieben, vielen Dank fürs begeisterte Mitlesen, ich freu mich jedes Mal, wenn sich Leser persönlich „outen“ 😉
      Wegen der Karten: Wir haben am Plotter Navionics (das laden wir immer nur für relativ kurze Reiseabschnitte und damit sind die Karten immer superaktuell) und die Papierkarten waren großteils Imray. Wir haben bis inklusive Biscaya das Kartenmaterial bereits im Vorfeld gekauft, danach nach Bedarf, weil wir ja die Route nicht für ein Jahr im Voraus geplant hatten. Allerdings gibt es bei weitem nicht in jeder großen Marina einen Chandler mit gutem Kartenmaterial das heißt, entweder bestellt ihr dann, wenn ihr unterwegs seid, online (Da muss man dann halt Wartezeit wegen der Lieferung einkalkulieren und die ist ziemlich unterschiedlich lang) oder ihr setzt auf Tauschaktionen mit anderen Seglern. Allerdings haben wir die Erfahrung gemacht, dass viele ganz ohne Papierkarten unterwegs sind. Wir wollten allerdings nicht darauf verzichtet, zum Einen aus Sicherheitsgründen – die Technik kann immer ausfallen – zum Anderen wegen der Versicherung, da ist Papierkarten-Navigation Pflicht.
      Wir wünschen euch für eure Pläne alle Gute, auch wenn die Segler aller Welt derzeit festsitzen und die ganze (Segel)Welt Kopf steht… irgendwann wird das alles wieder vorbei sein, dann starten wir durch! 😉 Falls ihr auch bloggen wollt oder man auf Facebook der Instagram oder wo auch immer eure Reise mitverfolgen kann, lasst es uns wissen. Würde uns wirklich interessieren. Liebe Grüße, Ulli und Christoph

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  5. Liebe Ulli, lieber Christoph,
    lange, viel zu lange schon liegt die Email-Erinnerung an Euren letzten Blogeintrag in meinem Posteingang, aber jetzt will ich dann endlich einmal hier auf Eurem Blog kommentieren.
    Aber fangen wir einmal mit dem Wichtigsten an: ich hoffe, es geht Euch gut und Ihr seid immer noch von diesem schlimmen Virus verschont. Die Rueckkehr in Eure Heimat und das Einleben dort hattet Ihr Euch sicherlich ganz anders vorgestellt, aber wie heisst noch der Spruch? „Und erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.“ 😉
    Aber jetzt zum Blogeintrag: ich muss zugeben, ich war schon etwas geschockt von der Nachricht, dass Ihr die Maha Nanda so Knall auf Fall verlassen musstet, damit Ihr ueberhaupt noch nach Hause kommen konntet. Zum Glueck hat aber ja wenigstens die Rueckreise geklappt, und – bei den beengten Verhaeltnissen auf den Flughaefen und im Flieger – hoffentlich auch ohne Ansteckung. Ich fuehle mit Euch, wie schwer es Euch gefallen sein muss, die Maha Nanda so ganz einfach mit „Notversorgung“ verlassen zu muessen. Habt Ihr eigentlich eine Kontaktperson, die wenigstens ab und zu mal nach der Maha Nanda schaut? Oder koennt Ihr eventuell sogar von zuhause aus das Kranen veranlassen?
    Was auch immer, wie auch immer: ich wuensche Euch und der Maha Nanda das Allerbeste!
    Hier geht uns zum Glueck gut. Im ganzen Gillespie County hatten wir nur einen einzigen bestaetigten Fall einer Infektion, und auch der ist inzwischen wieder vom Tisch. Eine sehr glueckliche Situation, wo wir doch ein Touristenort sind und trotz „stay-at-home order“ unseres Gouverneurs immer noch Leute hierhin kommen, vorzugsweise aus den nahen Grossstaedten wie San Antonio und Austin, wo das Virus deutlich mehr grassiert. Aber was alle diese sogenannten Einschraenkungen angeht: gerade in den „roten“, d.h. republikansich geleiteten Staaten wie Texas, und natuerlich ganz besonders von unserem obersten Dummschwaetzer aus gibt es absolut keine klaren, geschweige denn vernuenftigen Regelungen.
    Was dem Fass wirklich den Boden ausschlaegt: in Florida blieben trotz Versammlungsverbot und trotz der Tatsache, dass alle Restaurants schliessen mussten, Veranstaltungen der Wrestling Organisation mit jeweils mehreren zehntausen Besuchern erlaubt, weil diese zu den „essential businesses“ gehoeren! Ein Schelm, wer Boeses dabei denkt, dass die Wrestling Organisation zu den groessten Wahlkampfspendern fur Trump [und auch fuer den republikanischen Gouverneur von Florida] gehoert.
    Aber jetzt wieder zu dem Positiveren: wie gesagt, Mary und mir geht es gut. Wir haben natuerlich unsere Kontakte zur Aussenwelt aus das Allernoetigste beschraenkt. So gut wie Alles Lebensnotwendige wird angeliefert, bzw. man bestellt online oder telefonisch und holt die Ware dann vor dem Geschaeft ab. Alles ohne direkten persoenlichen Kontakt. Raus duerfen wir immer noch, u.A. weil eben die „stay-at-home order“ unseres Gouverneurs total unklar ist. Wir sollten zwar Masken tragen, tun das aber nur, wenn wir einmal – wie ich gestern bei unserem Tierarzt – etwas naeher an die Mitmenschen kommen. Wenn wir hier in der Nachbarschaft spazieren gehen, ist Masken Tragen nicht notwendig, weil so wenig Leute unterwegs und die Strassen so breit sind. Da kann man sich, sofern man Jemandem begegnet – absolut einfach aus dem Wege gehen.
    Wir beide, Mary und ich, lesen jetzt mehr und sehen mehr fern. Ausserdem ist jetzt ja auch mehr Gartenarbeit fuer mich angesagt, und ich komme endlich dazu, meine Reiseblogs weiter mit Eintraegen zu versehen.
    Lassen wir es einmal dabei, auch wenn ich noch stundenlang weiter erzaehlen koennte.
    Liebe Gruesse, alles Gute, und bleibt gesund,
    Pit

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