Die Party des Jahres: wenn der Wirt in bester Silvesterlaune ist

Da ist sie wieder, die gefürchtete Frage: Was macht ihr heuer eigentlich zu Silvester? Oft haben wir zu Hause eine Party geschmissen, manches Mal waren wir bei Freunden, ein paarmal in Wien und auch schon im Schiurlaub. Aber meistens sind wir eher spät dran mit unseren Planungen und kommen dann, wenn wir einladen wollen, drauf, dass die meisten Freunde schon was vorhaben. Heuer dachte ich mir, starte ich mal richtig zeitig mit meinem Rundruf und lade alle ins Hause Potmesil zur großen Feier ein, denn nächstes Jahr sind wir ja weit, weit weg. Aber was soll ich sagen, so kläglich wie heuer sind unsere Pläne noch nie gescheitert, denn die einen waren schon verplant, die anderen verweigern Silvester und die nächsten müssen wegen ihrer Hunde daheimbleiben, die haben Angst vor der Knallerei, und ich verstehe vollkommen, dass man ein vollgepisstes Wohnzimmer speziell am Neujahrstag wenig prickelnd findet.

 

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Spital am Pyhrn, Silvester 2011

Da der beste Ehemann von allen – ich hab’s glaube ich schon erwähnt – auch ein ausgezeichneter, leidenschaftlicher Tänzer ist, tritt heuer Plan B in Kraft, wir werden die letzte Nacht des alten Jahres in der Safari Lodge in Wien tanzend verbringen. Ich mag Silvesterpartys grundsätzlich, weil sie so ausgelassen-festlich sind. Die Leute werfen sich in Glitzer-Outfits und Smoking, das Make-up ist ein bisschen schillernder als üblich und das Essen ein bisschen ausgefallener als sonst. Ich mag auch dieses Gefühl des Neubeginns. Neues Jahr, neue Pläne, neues Glück. 2019 werden wir ganz viel davon haben, ich bin überzeugt davon.

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Wenn ich an die vergangenen Silvesternächte denke, ist seit über 30 Jahren Christoph an meiner Seite. Auch unsere Söhne waren bei vielen Partys mit von der Partie, da ist mir zum Beispiel ein Familienschiurlaub in Spital am Pyhrn in Erinnerung. Schifahren ist teuer, die österreichischen Hotels sind es auch und unsere Söhne sind nicht umsonst fast zwei Meter groß. Sie essen gern und viel. Alles in allem wird so ein Schiurlaub mit der Family also ziemlich teuer, daher heißt es: sparen wo es nur geht. Das Gasthaus in Spital war wirklich günstig, die besten Jahre hatte es hinter sich, die Zimmer eingerichtet im 80th-Style, die Gaststube in ähnlichem Design, das Haus als Zwei-Mann-Betrieb – also Wirt plus Wirtin – geführt. Schon bei unserer Ankunft fielen Christoph die roten Augen des Wirten auf. „Offenbar die ganze Nacht gearbeitet, der arme Mann“, dachte er. Beim Abendessen war es nicht zu übersehen, dass der „Arme“ schon einen ziemlichen Schwips hatte. „SpiegelW“ trifft es wohl eher, denn es stellte sich heraus, dass der Wirt sein bester Kunde und Trinken sein tägliches Programm war.

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Den Abend vor Silvester gab sich unser Wirt dann so richtig die Kante. Unsere Teenager-Söhne waren beeindruckt: In diesem Zustand hatten sie bisher nur Schauspieler, die Betrunkene mimen, gesehen. Tatsächlich traf der Mann, als unsere Söhne ihren Apfelsaft gespritzt an der Bar orderten, die Flasche erst nach mehrmaligem Anlauf, schaffte es jedoch nicht, den Flaschenhals direkt über die Gläser zu halten sondern schwenkte sie in Kreisen über diesen, bis sie voll waren. Die andere Hälfte aus der Flasche, die auf der Bar gelandet war, wischte er mit seinem Hemdärmel weg. Der Zustand des Wirten nahm im Laufe des Abends beängstigende Formen an, kaum konnte er sich noch auf den Beinen halten. Irgendwann, als Christoph zu Bar kam, lag der Wirt bewusstlos hinter derselben, sein Kopf ragte in den Kühlraum, dessen Tür offen stand. Und was tat die Wirtin? Es war offensichtlich, dass die Situation für sie keine neue war, denn sie schenkte weiter freundlich und kompetent aus, servierte die Desserts und stieg, wenn es notwenig war, in den Kühlraum zu gehen, einfach über ihren Angetrauten drüber.

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Wir fragten uns ernsthaft, wie wohl der Silvesterabend angesichts des bewusstlosen Wirtes aussehen würde. Immerhin sollte es großes Buffet inklusive Spanferkel geben. Ob das die Wirtin allein managen würde? Alles kein Problem. Zum Silvesterdinner begrüßte uns unser Wirt in bester Laune, das Spanferkel war ein Gedicht und auch die Sache mit der Bar klappte hervorragend. Nur die roten Augen erinnerten an den kleinen Ausrutscher in der Nacht davor. Übrigens sind wir in dieser Nacht bei dichtem Schneetreiben noch nach Windischgarsten gefahren. Mit Feuerwerk und dem Donauwalzer mitten im schönsten Winterwonderland haben wir das neue Jahr begrüßt.

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In diesem Sinne wünschen wir euch einen guten Rutsch ins neue Jahr und einen kompetenten Barmann dazu!

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