Teneriffa vor der Notstandserklärung

Notstand. Ausgangssperre. Wie fühlt sich das an, wenn ein ganzes Land unter Quarantäne gestellt wird? Wir sind mit unserer Maha Nanda in der kleinen Marina San Miguel auf Teneriffa und damit mittendrin In der Coronavirus-Krise. In jenem Land, das nach Italien die restriktivsten Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus gesetzt hat.

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Der letzte Tag vor der Ausgangssperre. Noch sind die Lokale in La Laguna geöffnet, wenige Menschen sind noch unterwegs.

Noch wirkt hier in der Marina das Leben normal, was daran liegt, dass wir in der verschlafensten Marina unserer gesamten Reise gelandet sind. Elf Monate Action und jetzt das! Am Mittwoch bei unserer Ankunft ließ sich kein Mitarbeiter blicken – und da waren wir vom Erlass der Regierung noch meilenweit – tageweit – entfernt. Bis heute hat sich kein Mitarbeiter blicken lassen und mittlerweile ist klar: das wird zumindest die nächsten zwei Wochen so bleiben, denn der Ausnahmezustand ist vorerst für 15 Tage festgesetzt und in den spanischen Medien spricht man davon, dass die Wahrscheinlichkeit einer Verlängerung groß ist.

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La Laguna ist die alte Hauptstadt Teneriffas. Bis Santa Cruz ihr den Rang ablief.

Wir können uns in der Marina frei bewegen, wir können einkaufen gehen. Wir können am Boot basteln.- was der Captain wieder mal mit Leidenschaft macht. Somit ist das Leben fast wie immer. Wenn nicht diese gespenstische Stimmung über uns liegen würde. Noch wissen wir nicht, wie sich die Lage entwickelt, noch können wir nicht abschätzen, welche Entscheidungen die spanische Regierung in nächster Zeit treffen wird, aber wir wissen, dass wir an Bord sicher sind. Allein zu zweit auf unserer Arche.

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Der Drachenbau im Icod de los Vinos  ist Wahrzeichen der Insel. Er ist 400 Jahre alt.
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Icon de los Vinos

Über die weiteren Entwicklungen werden wir euch am Laufenden halten. Zunächst aber ein paar Bilder von den letzten Tagen vor der Notstandserklärung. Wir sind drei Tage Lang Kreuz und quer über die Insel gefahren und haben die schönsten Plätze Teneriffas besucht.

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Caldera Las Cañadas heißt das Massiv um den Teide.
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Pico del Teide.
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Von allen Seiten spektakulär: der Teide
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Eisenhydrat erzeugte diese Farbenpracht.
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Die Seilbahn auf den Tejo steht nun ebenfalls still.

Allen voran ist der Teide das Objekt unser Ausflugsbegierde. Der höchste Berg Spaniens ist vulkanischen Ursprungs und 3.716 Meter hoch. Mit 7.500 Metern Höhe über dem Meeresboden ist er sogar der dritthöchste Inselvulkan der Erde. 1909 erfolgte übrigens der letzte Ausbruch innerhalb des Vulkanmassivs und ja: der Teide gilt als aktiver Vulkan.

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Naturschönheit!
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Die Wolken an den Nordosthängen Teneriffas.
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Und immer den Teide im Blick.
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Jumping over Teide!

Innerhalb dieses Vulkanmassivs befindet sich auch das Observatorio del Teide, hier hat man sich auf Sonnenbeobachtung spezialisiert. Kein Wunder: An wenigen Orten der Welt ist die Luft reiner als auf dieser Insel über die die Passatwinde stetig hinwegfegen. rein ist die Luft auch in Chile und auf Hawaii, wo ebenfalls Sonnenteleskope stationiert sind. Dank WorldWideWeb weiß ich jetzt auch, dass am Observatorio del Teide der weltweit erste Braune Zwerg – nicht zu verwechseln mit Roten Zwergen – entdeckt wurde. Er heißt Teide 1 und ist mehr als 13 Jupitermassen schwer. 😉

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Das Observatorio del Teide.
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Stürmischer Tag in Puerto de la Cruz.
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Iglesia de Nuestra Señora de la Peña, Puerto de la Cruz

Aber Teneriffa hat noch viel mehr Schönheiten zu bieten und viele davon haben wir gesehen. Wir besuchten die Los Christianos, wir besichtigten Los Gigantes, jenen Ort an dessen Steilküste die Felsen 450 Meter senkrecht ins Meer fallen.

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Los Gigantes
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Puerto Los Gigantes, im Hintergrund La Gomera.
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Basilika von Candelaria.

Sehenswert sind auch die Städte Puerto de la Cruz und Santa Cruz, La Laguna und Candelaria. Wie gesagt: Kreuz und quer durch Teneriffa, von Süd nach Nord, von West nach Ost , waren wir unterwegs, viel haben wir gesehen, oft haben wir über so viel Schönheit gestaunt. Gerade noch rechtzeitig, denn ab sofort ist hier Stille eingekehrt. Und es wird noch stiller werden, denn alle Touristen, die jetzt noch die Möglichkeit haben, verlassen die Kanaren. Jene Inseln, deren Hauptwirtschaftszzweig der Tourismus ist. Inseln, deren Retortenstädte ausschließlich zum Zwecke des Fremdenverkehrs errichtet worden sind. Wir sind noch hier… und warten ab, was die nächsten Tage bringen.

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La Caleta.

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Auditorio von Santa Cruz
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Zentrum von Santa Cruz.
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Santa Cruz, Hauptstadt von Teneriffa.

8 Kommentare

  1. Sehr schöne Eindrücke Wauw bleibt bitte gesund und achtet auf euch! Und Teneriffa steht ganz oben auf meiner Liste und sobald wir wieder (hoffentlich bald) reisen dürfen möchte ich dort unbedingt mal hin!!! 🤩 GLG Hilde

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  2. Liebe Uli, lieber Christoph, wie geht es euch? Seid ihr schon in Sicherheit? Sofern man die noch wo findet…. Ich hoffe, dass eure Traumreisr gut zu Ende geht. Alles Gute Elfriede.

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